Donnerstag, 17. August 2017

Fake Pam mit Anleitung

Ich durfte für "Stoff und Liebe" den wunderschönen Webstoff "Pavo" probenähen.

Sofort hatte ich meine "Fake-Pam" vor Augen, die ich bereits hier vorgestellt habe.








Den Schnitt der Bluse habe ich selbstkonstruiert (mehr dazu hier). 


Nachfolgend beschreibe ich in einem kleinen Tutorial, wie man aus jeder Bluse mit Rundhalsauschnitt eine Schluppenbluse nähen kann.

1.  Vorraussetzung:  Eine Bluse mit etwas weiteren und etwas tieferen Rundhalsausschnitt. Der Ausschnitt (Umfang) meiner Bluse ist 65 cm.

Die Bluse sollte am gesamten Halsausschnitt eng anliegen und nicht abstehen. Bei mir stehen die Blusen häufig  am hinteren Halsausschnitt ab. Ich nähe mir dann 2 kleine Abnäher in den Halsausschnitt des Rückenteils ein.

2.  Schlitz für den vorderen Halsausschnitt: 

Für den Schlitz des vorderen Halsausschnitts ist zunächst ein Beleg zu fertigen. Mein Beleg ist 10 cm hoch und 5 cm breit. Die Kanten sind leicht abgerundet.

Beleg mit leichter Vlieseline (Einlage) verstärken. Beleg versäubern.
Ich verstärke zusätzlich den hinteren und den vorderen Halsausschnitt mit Nahtband.

Die Mitte des Vorderteils und des Belegs markieren. Den Beleg rechts auf rechts auf die vordere Mitte der Bluse legen. Feststecken.



Knapp rechts und links neben der Markierung der Mitte - in der Länge des fertigen Schlitzes - feststeppen.
Mein fertiger Schlitz ist 8 cm.
Quernaht feststeppen.

Zwischen den Nähten einschneiden.  Wichtig ist, dass gerade an der unteren Spitze bis an die Quernaht heran geschnitten wird. Es sollte also nur eine minimale Nahtzugabe erhalten bleiben.




Den Beleg nach innen umklappen, damit dieser links auf links auf dem Vorderteil liegt. Von der rechten Seite der Bluse ist der Beleg nun nicht mehr zu sehen. Das Umklappen des Beleges ist etwas friemelig. Will es gar nicht gelingen, ist noch zuviel Nahtzugabe zwischen den gesteppten Linien, insbesondere an der Quernaht.

Schlitz schön flach bügeln sowie knappkantig absteppen.
So sieht der fertige Schlitz von vorn und von hinten aus:




3. Bindebänder nähen:

Die losen Bänder, mit denen die Schluppe gebunden werden (jeweils 50 cm) sowie die Versäuberung des Halsausschnitts (je nach Umfang des Halsausschnitts - bei mir 65 cm) ergeben ein Schrägband mit einer Gesamtlänge von ca. 170 cm (mit NZG). 

Das Schrägband sollte auch wirklich im schrägen Fadenlauf zugeschnitten werden. 
Damit der Zuschnitt nicht unnötig Stoff frisst, teile ich die Gesamtlänge in 2 gleich lange Bänder, die anschließend zusammengenäht werden (siehe Bild). Die Naht ist dann in der hinteren Mitte kaum zu sehen.

Das ausgeklappte Band ist  7 cm breit. 
Die einfach umgeklappten Kanten sind 1 cm breit. Markieren und gut bügeln.
Die Mitte markieren und bügeln. 
Das fertige Schrägband hat dann eine Breite von ca. 2,5 cm. 

Das Schrägband sollte aus sehr leichtem Stoff hergestellt werden. Ich habe Baumwollbatist verwendet. Viskose funktioniert auch sehr gut, darf aber nicht zu heiß gbügelt werden.




Das Band wird wie normales Schrägband beginnend an der hinteren Mitte angenäht. Kante des Schrägbandes rechts auf links auf die Kante des Rückenteils legen und jeweils bis zum Schlitz feststeppen. 

Schrägband zur rechten Stoffseite der Bluse umklappen. 
Dabei alle drei zuvor markierten und gebügelten Brüche eingeklappt lassen und auf der rechten Stoffseite der Bluse das Schrägband knappkantig feststeppen.




Im weiteren Verlauf auch die Bindebänder knappkantig feststeppen.



Schon fertig. Gar nicht schwer, oder?
Je nach Umfang des Halsausschnitts und je nach fertiger Breite des Schrägstreifens kann das Aussehen des Ausschnitts und der Schluppe sehr variieren.

Ich hoffe, ich konnte inspirieren!?



Stoff: Webstoff Pavo, eine Eigenproduktion von Stoff und Liebe; ab dem 18.08.2107 im Verkauf
(Der Stoff wurde mir für das Probenähen kostenlos zur Verfügung gestellt.)

Pavo habe ich für meine Tochter auch hier vernäht.

Schnitt: selbstkonstruiert


Verlinkt bei: RUMS

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